Eckernförde
Das Programm umfasste sieben Kompositionen von verschiedenen Komponisten, wobei „Eckernfördes Hauskomponist“ Gerald Eckert leider diesmal nicht mit vertreten war. Auffallend sind immer Solodarbietungen, da Komposition, Instrument und Interpret sich in einer wahrnehmbaren Dichte besonders präsentieren. In Valerio Sannicandros (*1971) Werk von 2001 „Apogeo / Ipogeo“ für Posaune solo wurde dies besonders deutlich. Das Musikstück lotet die verschiedensten und ungewöhnlichsten Spieltechniken des Blechinstruments umfassend aus und zeigte nicht nur das Können des Interpreten, sondern auch den originellen Ideenansatz des Komponisten. Obwohl durchgehend dramatisch und teilweise auch sensationell in der Zusammenstellung der Einzelklänge, blieb das Werk in der Stimmung geschlossen.
Beatrix Wagner als führende Flötistin im Genre der Neuen Musik konnte ihr ganzes Können, Wissen und musikalisches Einfühlungsvermögen in dem virtuosen Stück „Finale“, das Georg Friedrich Haas (*1953) 2004 komponierte, darlegen. Natürlich gelang es der Eckernförder Ausnahmemusikerin eindrucksvoll, die starke Räumlichkeit des Kirchenschiffes in ihre Interpretation einzubauen und so einen nachhaltigen Eindruck beim Publikum zu erwecken und so die Aufführung zu einem Erlebnis werden zu lassen.
Als ein weiteres, durch das Ensemble (ohne Klarinette und Posaune) interpretiertes Klangereignis wurde das Werk von Klaus Lang (*1971) „The forest of frost II“ (1997) aufgenommen. In der nachfolgenden Pause drehten sich fast alle Gespräche über die gerade erlebten 27 Minuten. Bereits im Bühnenaufbau deutete die breite Anordnung auf eine Besonderheit hin. Weit vor dem Altarraum verteilt und auseinandergezogen platzierten sich Gerald Eckert (Schlagwerk und Cello), Katja Kanowski (Stimme), Beatrix Wagner (Flöte) und Eva Zöllner (Akkordeon). Fast statisch, kaum in der Tonhöhe schwankend oder diese modifizierend ertönte ein faszinierender Klangteppich von ungeheuerer Dichte, der direkt in die inneren Schichten des äußerst konzentrierten Publikums vordrang. Gerald Eckert wies in seiner Einführung ausdrücklich darauf hin, dass es die Zuhörer seien, die das Werk mit Leben zu füllen hätten und genau so berichtete das Publikum dann von sehr unterschiedlichen, aber immer eindrücklichen Erlebnissen mit diesem Stück. Der Österreichische Komponist Lang ist auch Kirchenmusiker – vielleicht passte gerade deshalb dieser Wald aus Klang so passgenau in den Aufführungsort.
Die nächste Veranstaltung dieser besonderen Reihe mit Werken der Neuen Musik wird als Sommerkonzert am 9.8. um 21 Uhr sich unter anderen auch mit „alpenländischer Volksmusik“ beschäftigen.


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