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Montag, 16. August 2010

Pirats 2010



Piraten/tage/spektakel/fest 2010 Mit Benni als neuen Bürgermeister, Alberich, Magister Wigbold, Bürokrat Maier (mit ai) und Esmeralda und weiterne Freu(n)den!

http://picasaweb.google.com/fognin/Pirats2010?feat=directlink


und hier noch der der Artikel des SZ von Silvia Meinsner Zimmermann

" ....außerdem ham wir gute Laune!"

16. August 2010 | 06:45 Uhr | Von Sylvia Meisner-Zimmermann
Man soll es nicht für möglich halten: Der alte Magister Wigbold ist inzwischen schon 620 Jahre alt, ziemlich angestaubt und in seiner äußeren Erscheinung etwas modrig. Aber unter seinem großen Hut voller Spinnweben steckt ein schlauer Kopf. Was er am Freitag- und Samstagabend auf der Bühne am Innenhafen alles aus dem wilden Piratenleben erzählen konnte - Geschichte und Geschichtchen - das haute den stärksten Seemann um. Darum waren wohl 120 Sitzplätze vorbereitet und dann auch restlos mit Zuhörern aller Altersgruppen besetzt. Wer zu spät kam, fand einen Stehplatz - die Kaimauer ist lang.

Fast eine Stunde lang gab es Piratengeschichte live, humorig verpackt und in unnachahmlicher Weise an die Leute gebracht: Der kleine Magister Wigbold (Gabriele Pahms) zog alle Register, humpelte zwischen Bühne und Publikum behende hin und her, quasselte einzelne Besucher an, verwickelte sie in seine Geschichten, machte einen "auf Lehrer", fragte genannte Jahreszahlen ab und flitzte zu den Leuten vom Sicherheitsdienst. Au weia, die hatten Flaschen geköpft, Wigbold probierte und schüttelte sich glaubhaft: "Nee, nee, soo’n Blubberzeug!", das kannte er nicht, denn Cola war in seinem überlangen Leben noch nicht vorgekommen. Und machten die Dunkelblauen am Rand des Geschehens tatsächlich "Lärm", dann faltete Wigbold sie ordentlich zusammen: Stille. "Na also, geht doch!" und das Publikum amüsierte sich.

Für viele unvergesslich wird wohl auch Wigbolds Stimme sein. Er krächzte und schnarrte, zog bedeutungsvolle Wörter endlos in die Länge, verwandte himmlisch gestelztes Deutsch - "Musikus, spiele er" oder zu einer Besucherin "hat sie heute schon wen gemeuchelt?" Selbst die jüngsten Gäste im Grundschulalter waren völlig fasziniert und verfolgten das Geschehen mit hochkonzentriertem Interesse. Selbst als der Strom und damit die Lautsprecheranlage ausfiel, war Wigbold mit seiner hinreißenden Dauerlektion nicht zu überhören.

Diese Geschichtsstunde, an Schulen gehalten, wäre mit Sicherheit ein Mammuterfolg - zum einen, weil man mit Lachen und vergnügt am besten lernt, zum anderen, weil dieser gelehrte Magister so herrlich "einen auf autortär" mimte, und schließlich weil Seeräubergeschichte nun mal packend ist. Die gar nicht so moralische Verbindung von Macht, Handel, Geld, Politik, Wirtschaftsinteressen national und international ist - frei nach Wigbold alias Gabriele Pahms - zudem nicht nur eine Sache der Vergangenheit. Unbekümmerte Vergleiche mit der Gegenwart ließen das Publikum herzhaft lachen und kräftig applaudieren. Als Beigabe sorgte der Musikus (Benjamin Schulte) mit Akkordeon, Gitarre und guter Stimme für stramme, noch unbekannte Seemannslieder, schlug der Beamte (Dominik Kessener) dazu die Pauke, war Esmaralda (Cordula Thonett) damit beschäftigt, ihre Wetterfrosch-Puppe Alberich Gruenhaar am ständigen "Sabbeln" zu hindern.

Schließlich gab es noch Übungseinheiten für alle: Unter fachmännischer Wigbold-Anleitung wurden die Fäuste geballt, wurde grimmig geschaut und furchterregend gebrüllt, die Totenkopfflagge geschwungen und obendrein ein neuer Ohrwurm zelebriert: "…und außerdem ham wir gute Laune!" grölten alle und hatten eine Menge Spaß. Glückwunsch und Anerkennung für Gabriele Pahms: Da ist ihr ein kleines Meisterstück gelungen.

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